Studilog: Märry // Eine Mama und Pädagogikstudentin stellt sich vor! (1)

#studilog Heute möchte ich euch meine erste Gastbloggerin vorstellen: Märry. Sie studiert Erziehungswissenschaften und ist mit ihrem Bachelor fast fertig. Neben dem Studium hat sie aber noch einen ganz anderen Vollzeitjob: ihre kleine Tochter! Hier möchte sie über ihre Schwierigkeiten einer studentischen Mama berichten und natürlich zeigen, was ein Pädagogikstudium wirklich bedeutet und welche Möglichkeiten dieses Fach bietet.


 

Mein Name ist Märry, ich bin irgendwas mit Mitte 20 und studiere Erziehungswissenschaften an einer Uni im wunderschönen Münsterland. Ich habe eine 2-jährige Tochter die ich mitten im Studium bekommen habe, was ich nicht bereue. Ich blogge über das Leben als Studenten-Mama, die Probleme die auftreten und über mein Hobby; das Nähen. Hier werde ich allerdings über mein Leben an der Uni berichten. Über meine Bachelorarbeit, die ich nun hoffentlich endlich bald mal schreibe und über den Alltag einer Bachelor-Studentin.

 

Alltag zwischen Kita-Betreuung und Bachelorarbeit

Meine Tochter besucht eine Kita vom Studentenwerk. Wir sind sehr zufrieden mit dieser Einrichtung jedoch nicht mit dem drumherum. Viele Eltern sind eingeschrieben um hier einen Platz zu bekommen obwohl sie gar nicht studieren. Zum Nachteil von anderen. Wir müssen im Sommer die Gruppe altersbedingt wechseln und hoffen schon seit Wochen einen Platz in der Ü3 Gruppe zu bekommen, die Chancen sind aber sehr gering. Wie dreist kann man sein, „wahren“ Studenten Kitaplätze zu klauen?

Ich bin wirklich drauf angewiesen, ohne Kita keine Uni. Die Öffnungszeiten sind wieso der Hammer, pünktlich um 16.45 muss ich das Kind abgeholt haben. Heißt für mich schon seit 3 Semestern keine Veranstaltungen ab 16 Uhr. Die Realität sieht so aus, dass ich die wirklich guten Veranstaltungen nie besuchen kann. Aber es ist ja eine Uni-Kita. Das ich nicht lache.

 

Erziehungswissenschaften = familienfreundlich?

Wie fortschrittlich einige Professoren, die wohlgemerkt Pädagogen sind, also eigentlich wissen sollten wie die Welt draussen so ist, habe ich direkt im ersten Semester nach der Elternzeit gemerkt: Wir sitzen in einer Vorlesung, mein Handy geht, die Kita ruft an. Das Kind müsse sofort abgeholt werden. Ich springe natürlich sofort auf, leise wohlgemerkt. Meine Kommilitonen merken, dass etwas nicht stimmt und geben mir meine Sachen. Bis jetzt stören wir niemanden. Der Prof. hört aufeinmal auf zu reden und gibt mir in einem unwürdigen Ton zu verstehen, dass ich hier SEINE hochheilige Vorlesung störe. Ich antworte, dass meine Tochter aus der Kita sofort abgeholt werden müsse.

Normale Menschen hätten jetzt Verständnis, der gute Herr allerdings nicht. „Sie stören hier trotzdem meine Vorlesung. Sowas geht nicht.“. Nur weil seine Frau mit den 3 Kindern schön den Haushalt schmeißen kann und er bestimmt nie mal eben aus der Uni in die Kita hetzen muss. Tja, war wohl das Erste und letzte Mal, dass ich eine Vorlesung bei ihm besucht habe. Habe ich bis jetzt auch nicht gemacht und auch nach einem Jahr geht mir der gute Mann bei jedem Sichtkontakt ziemlich auf die Nerven.

 

Die allwissenden Pädagogen

Neulich habe ich, auf einem der vielen Mütterblogs, eine ziemlich gute Beschreibung für unsere Berufsstand gefunden: Allwissend. Pädagogen mischen sich immer und überall ein, sie wissen alles besser. Und natürlich haben wir für jedes Problem eine Lösung. So erscheint es auch nicht merkwürdig, wenn 10 angehende Sozialpädagogen über einfache Fragen in Diskussionen ausarten. 
 Ich bin davon überzeigt, dass mein Umfeld oft davon genervt ist wenn ich mit den neusten Studien alle über meine Allwissenheit aufklären will und ständig und überall meinen Senf zu allem abgebe.

Gutes Beispiel: die Tochter meiner besten Freundin geht seit neustem aufs Töpfchen. Jedes Mal wenn dort etwas drin ist, gibt es ein Gummibärchen. Als ich das höre, breche ich fast zusammen: natürliche Prozesse dürfen NIEMALS belohnt werden,ansonsten verlangt dieses Kind die nächsten 30 Jahre Gummibärchen. Eine Diskussion entbrannt: „Du kannst das nicht machen, die wird nie ohne Belohnung pinkeln“ „Ach wir lassen das einfach irgendwann weg, ich sehe da keine Probleme“ „ Neulich hab ich aber gelesen, dass Studien zeigen, dass Kinder natürlich belohnt werden dürfen, zB. wenn sie mithelfen beim Aufräumen aber natürliche Prozesse wie der Gang zur Toilette dürfen nicht belohnt werden.“ „Jetzt kommt wieder der Pädagoge in dir durch. Ich verstehe ja was du meinst, aber immoment in das für uns ein guter Weg“. Um an diesem Punkt nicht in einen Streit zu geraten, lasse ich es sein. Meine Tochter wird eben keine Gummibärchen bekommen wenn sie irgendwann mal auf Tröpfchen geht, jaja Pädagoge, sie soll sich entfalten und selbst bestimmen wann sie das möchte, ich weiss. Nach dieser Situation ist mir allerdings aufgefallen wie oft es bei uns Belohnungen gibt. Oder aber wie oft ich damit drohe, dass es dieses und jenes nicht gibt. Ich kann eben nicht anders. Ich bin Pädagogin.

Für heute ist aber genug! Ich hab aber direkt die nächste Idee: Warten Sie ab, demnächst werde ich darüber berichten, dass Pädagogen in der Uni auch wirklich arbeiten und nicht klatschen und singen. 
Ist wirklich so, man mag es kaum glauben aber wir sind auch Wissenschaftler.

 

Wie es mit Märry und ihrem Studium weitergeht, könnt ihr bald hier auf dem Blog erfahren! 

 

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