Studieren mit Kind: Pro und Contra

#StudierenmitKind In den vergangenen drei Jahren habe ich mich viel mit dem Thema Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie beschäftigt.
Nach unserem schwierigen Start als Familie blieb keine Kraft mehr übrig das Präsenzstudium weiterzuführen. Ich war mit den Kräften am Ende und ich hatte keine finanzielle Unterstützung durch Bafög mehr. Alle Ersparnisse waren aufgebraucht. Hinschmeißen wollte ich noch nicht, also legte ein paar Urlaubssemester ein. Jetzt, wo sich unser Alltag einigermaßen eingependelt hat, würde ich eigentlich gerne wieder zurück. Aber, wie soll ich mich entscheiden?

Studierne mit Kind: Pro und Contra Quelle: Pixabay

Studieren mit Kind: Pro und Contra Quelle: Pixabay

Studieren mit Kind: die Nachteile

Finanzen: Viele Studenten mit Kind profitieren von Bafög und kommen damit (und anderen Leistungen) knapp über die Runden. Diejenigen, die nicht mehr bafögberechtigt sind, haben es dagegen schwer. Neben dem Studium und der Familienzeit ein gesamtes Einkommen aufzubringen ist schwierig und die Aufnahme eines Studienkredits sollte immer die letzte Wahl bleiben. Notfalls gibt es immer noch die Möglichkeit ALG2, HarzIV und Wohngelder zu beantragen.

Alle Befragten, und das ist auch meine Erfahrung, waren sich einig: finanziell ist man im Studium mit Kind schlecht aufgestellt. Für viele ist dieser Aspekt die größte, aber auch meist die einzige! Hürde im Studium mit Kind.

 

Mehrfachbelastung und extremer Zeitmangel: Familie, Haushalt, Studium. Das ist eine Mehrfachbelastung, die man nicht unterschätzen sollte. Wer einem Studiengang mit hoher Präsenzeit (Laborpraktika, Pflichtübungen, Seminare etc) eingeschrieben ist, braucht einen langen Atem und eine sehr, sehr flexible Kinderbetreuung. Fazit: Studiengänge mit hoher Präsenzpflicht machen dich alles andere als flexibel.

Während man nach einem regulären Arbeitstag Feierabend hat, muss für die Uni noch gepaukt werden. Man hat nie Feierabend. Abgabestress, Nachtschichten und ständiges lernen am Abend. All das zerrt an den Nerven.

 

Einsam im Studium: ich habe hier bereits darüber gebloggt, dass ein Studium mit Kind recht einsam macht. Lerngruppen ausserhalb der Kitaöffnungszeiten (oder anderweitigen Betreuung) sind schlecht zu realisieren. Treffen mit anderen Studenten zum Bierchen? Nogo! Sonstige Veranstaltungen am Abend? Nope! Man muss in den Einzelkämpfermodus gehen.

 

Die Bürokratie: Nicht alle haben besonders viel Verständnis für Studenten, die aus dem Muster fallen.
Prüfungsämter, Professoren und Fachsekretariate haben nur selten ein offenes Ohr für deine Probleme und Wünsche. Meist bist du nur lästig. Statt mit meinen Kursen habe ich mich in meiner Schwangerschaft mit bürokratischen Stolpersteinen auseinandergesetzt ;-(

 

Eine Schwangerschaft und Stillzeit verlängert die Studiendauer: Es gibt leider Kurse, die kann man als Schwangere nicht besuchen. Laborpraktikas und Exkursionen können dann nicht mehr belegt werden. Wer Chemie, Pharmazie, Medizin, Geologie, Biologie oder andere Fächer mit einem hohen Anteil an Labor/Exkursionsmodulen studiert, sollte sich vorab bei der Studiengangsleitung informieren.

 

weitere Nachteile:

  • die Kinder sind dann schon älter, wenn das Berufsleben startet. Alle anderen fangen dann erst an. Auch da kann man dann Aussenseiter werden
  • für die jungen Eltern: die typische Studentenphase entfällt. Nachher hat man vielleicht das Gefühl „etwas verpasst zu haben“

 

 


Studieren mit Kind: die Vorteile

Jetzt haben wir ganz viel über die Nachteile geredet und nicht über die Vorteile, die ein Studium mit Kind bieten kann. Denn diese gibt es selbstverständlich auch und bei den meisten Befragten überwogen die Vorteile 😉 Also los!

 

Viel Zeit und hohe Flexibilität: das Kind aufwachsen zu sehen und nebenbei das Studium rocken. Für einige Studenten ist das Alltag. Das Kind ist krank oder muss abgeholt werden? Kein Problem, Mama/Papa sind ja flexibel. Ansonsten kann das Kind mit zur Uni.

Wie man sieht, kommt es stark auf den Anteil an Präsenzstunden an, als wie belastend das Studium mit Kind empfunden wird. Besonders die freie Zeiteinteilung im Alltag scheint viele von diesem Plan zu überzeugen.


Freie Fahrt im Berufsleben: Wer seine Kinder bereits im Studium bekommt, kann sich später ausschließlich auf den Beruf konzentrieren. Auszeiten durch Elternzeit entfallen und die Kinder sind aus dem Gröbsten raus.

 

Finanzen: Ganz klar vorne liegt die Möglichkeit, Bafög zu beziehen und weitere Leistungen in Anspruch zu nehmen. Als Student hast du meist auch geringere Ausgaben und kannst so besser haushalten.


Weiter Vorteile: man ist einfach jünger und kann den Stress besser verpacken und es gibt SEMESTERFERIEN!

 

Das Fazit?!

Es gibt genügend Vorteile und Nachteile, warum du ein Studium mit Kind genau das richtige ist. Oder eben nicht. Das richtige Zeitmanagement, Geld zum Leben und auch genügend Zeit mit der Familie. Das alles sind Lebensbereiche, die man mit seinen persönlichen Ressourcen und Wünschen ausloten muss.

Wer diesen Weg gehen will oder muss, der wird ihn auch verfolgen. Es gibt für jeden Weg eine Lösung. Welcher ist deiner?

 


 

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