Kind und Studium? Pläne sind gut, Träume sind besser!

#StudiummitKind Marina von mamizeug.de hat einen Gastbeitrag für euch geschrieben. Sie hat ihr erstes Kind im Studium bekommen. Für Marina die beste Entscheidung in ihrem Leben, die sie nie bereut hat. Im Gegenteil: Wenn das Herz JA zu einem Kind sagt, sollte man ihm folgen!


 

Da war ich nun. Nur noch eine Prüfung zu schreiben… Bachelorarbeit… Colloquium… Fertig. Juhuu!!! Fertig! Fer-TIG?

FERTIG?! Wo bleibt das überwältigende Glücksgefühl? Die unermessliche Zufriedenheit und die Freude endlich das Studium beendet zu haben?!

Hhhhm…

Irgendwie habe ich schon immer gedacht, mein Abschluss würde mir das Gefühl geben, angekommen zu sein. Man hat einen Abschluss, einen Job und füllt sich als JEMAND. Komischerweise stellte sich dieses Gefühl bei mir nicht ein… Während meine Kommilitonen von ihren erstrebenswerten Zielen erzählten, davon den Master im Ausland zu machen oder den Job in der Metropole XY anzunehmen und endlich wegzugehen – stellte ich fest, dass ich das so nicht will.

 

 

Akademischer Grad = Definition der eigenen Persönlichkeit?

Plötzlich beschlich mich das Gefühl, dass etwas schief läuft… Die letzte Prüfung bestand ich gut… Besser als ich es mir erhoffte… Das Thema für meine Bachelorarbeit fand ich spannend. Überzeugte sogar meinen Wunsch-Professor, diese zu betreuen. Aber wo ist der Haken? Wo kommt diese Lustlosigkeit her, diese Entmutigung und Null-Motivation? Mittlerweile war ich seit mehr als 5 Jahren in einer festen Beziehung. Beziehungstechnisch gesehen, ging es mir gut. Ja, sogar sehr gut. Es dämmerte mir… langsam… Äh, was wünsche ich mir eigentlich? Was wünsche ich mir jetzt? Etwa Kinder? …Ja, ich wünschte mir ein Kind. WaAaS? Jetzt?

ABER: noch kein Abschluss, keine vernünftige Berufserfahrung, kein fester Job, kein … Die Liste könnte ich ewig so weiterführen. Für meinen Mann und mich stand es eigentlich immer fest, dass wir irgendwann heiraten und irgendwann Kinder bekommen… Und trotzdem wusste ich nicht genau, wie ich anbringen soll, dass das „Irgendwann“ für mich jetzt ist. Und was sagen erst unsere Eltern?

Uuuuh… Ist vielleicht doch eine Schnapsidee…

Aber der Wunsch ließ sich nicht mit rationalen Gründen ersticken. Irgendwie sahen meine ursprünglichen Pläne nicht so aus, aber alles kam anders. Der Kinderwunsch war einfach da. Die Gedanken daran kamen immer wieder… Plötzlich fielen mir Schwangere auf, Frauen mit Kinderwagen… Ich kam mir lächerlich vor. Ich hatte doch noch gar nichts erreicht… Was kann ich meinem Kind schon bieten?

 

Von Schnapsidee zum innigen Wunsch

Tatsache ist, dass Kinder unsere Errungenschaften primär gar nicht brauchen. Versteht mich nicht falsch. Ich bin eine zielstrebige und eifrige Person. Ich habe gute Abschlüsse, gute Arbeitszeugnisse, engagiere mich bei gemeinnützigen und sozialen Projekten etc. Denn wir sollten für unsere Kinder Vorbilder sein. Und das in allen Bereichen unseres Lebens, nicht nur im beruflichen Aspekt.

Was die Kinder aber in erster Linie brauchen, sind Liebe, Geborgenheit, ein liebevolles zu Hause und das Gefühl gewünscht zu sein.

Mein Mann ist eher der rationale Typ Mensch… Für ihn müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Wir überlegten… Machten uns Gedanken, wie wir unsere Familie eigentlich so vorstellen. Wir rechneten und wägten ab: Wohnung, Finanzen, Studium, Job… Kriegen wir das eigentlich auf die Reihe? Was wünschen wir uns und was ist halbwegs realistisch 😉

Wir wollten es. Ja, wir wollten unser erstes Kind… Und wo der Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg 😉

 

 

Die beste Motivation, die ich je im Studium hatte…

…war meine Schwangerschaft 😀 Es war so aufregend, so spannend und ich konnte es kaum erwarten… Ich konnte den Augenblick kaum erwarten, endlich unser Wunschkind zu sehen 🙂

Natürlich hab ich mich etwas verkalkuliert mit der Übelkeit in den ersten Monaten der Schwangerschaft und der erschlagenden Müdigkeit… Na ja, vielleicht war die Literatur über verdeckte Gewinnausschüttungen auch nicht die Spannendste der Welt 😀 Aber ich war motiviert – ich war beflügelt von unserem Glück und plötzlich schrieb sich die Bachelorarbeit fast von allein [gut, ich gebe zu, das ist jetzt etwas übertrieben 😉 ]. Ich kam gut voran, wurde zügig fertig und mein Colloquium lief schon beinahe entspannt ab. Ich war wie berauscht von den Schwangerschaftshormonen…

Diese Zeit verbinde ich mit Gefühlen der Freude und des Glücks [und etwas Aufregung, um den Abschluss und der Noten der BA + Colloquium… So ganz unwichtig fand ich das trotzdem nicht 😀 ] Diese Zeit war besonders.

Wir sind mehr als unser Beruf

Davon bin ich wirklich stark überzeugt. Unser Beruf, unser aktuelle Job ist nur ein Teil unseres Lebens. Es ist nur ein Teil dessen, worüber wir uns definieren – wenn überhaupt. Denn eigentlich definieren uns, unser Charakter, unser Herz, unsere Überzeugungen, unser Glaube und unser Lebenswandel.

Ich hatte früher nicht den Mut, meine wahren Träume zu leben… Oder es zumindest zu versuchen. Zu groß war die Angst vor der Meinung der anderen. Doch mit dem Traummann an meiner Seite fiel es mir etwas leichter „quer zu schießen“, indem wir früh heirateten und dann einfach mal trotz Studium für Kinder entschieden haben.

Ich stehe noch am Anfang… Aber meine Familie sehe ich als eine Eroberer-Truppe. Sie schenkt mir Mut und Unterstützung. Das Schreiben ist einer von vielen Schritten auf dem Weg meiner Verwirklichung und ich hab noch längst nicht „ausgeträumt“ 😀

Rückblickend...

Es scheint nicht immer die Sonne am wolkenlosen Himmel, doch die Entscheidung Mutter zu werden habe ich nie bereut. Die Kinder [sind mittlerweile zwei] bringen so viel Freunde in unser Leben, so viel Liebe. Am treffendsten würde es wohl das Wort Segen beschreiben. Und wie ich kürzlich bei Mama Mia gelesen habe:

Wenn mich jemand fragt, was sich mit Kindern wirklich ändert, würde ich deshalb sagen, dass mit einem Kind mehr Liebe im Haus ist.

Was sich dann mit dem zweiten Kind ändert? Ganz einfach: Es ist dann noch mehr Liebe im Haus!

Ich bin überzeugt davon, dass wir unsere Träume leben und mehr sein können, als die Gesellschaft einer Frau [und Mutter] zutraut. Mehr noch: Für uns sind Familie und Kinder keine Schranke, die uns von unseren grenzenlosen Möglichkeiten fernhält… Vielmehr fallen durch sie die Scheuklappen und eröffnen uns so eine neue Sicht auf unser Leben und die wirklich wertvollen Dinge.

Habe den Mut deinen Traum zu leben, auch wenn du dafür mal „quer denken“ und „quer schießen“ musst. Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich!  Sei einfach du. Sei Mami, Träumerin, Studentin, …, du hast das Zeug dazu 😉


Danke liebe Marina für diesen tollen Text, der Mut macht. Wir sollten vielleicht einfach öfter mal unserem Herzen folgen 🙂

Wie ist eure Meinung? Lieber Kinder im Studium bekommen oder warten und den Berufseinstieg meistern?

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2 comments for “Kind und Studium? Pläne sind gut, Träume sind besser!

  1. Katharina
    Juni 6, 2015 at 6:43 pm

    Echt toller Beitrag… Man verspürt förmlich die Erfüllung, die der Segen durch deine Kinder Und Familie dir gebracht hat… Und es scheint, als würde genau DIES der Zugpferd für die Erfüllung in anderen Bereichen des Lebens zu sein!!!

  2. Juni 10, 2015 at 6:45 am

    Hallo Katharina,
    ja, das stimmt. Ich habe viel darüber nachgedacht, ob mir etwas entgangen ist oder ich im Gegenteil etwas gewonnen habe. Ich verzichte hier mal auf einen Roman 😉
    Jedenfalls stelle ich fest, dass die Kinder mich stärker und mutiger gemacht haben. Nicht nur unsere Kinder entwickeln sich und wachsen – wir als Eltern ‚wachsen mit‘. Ich bin z.B. Stress resistenter :D, um nur ein Beispiel zu nennen…

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